Chaot von der Müllkippe findet Traumfrau - Skurriler Witz und ausgefeilte Handlung im PC-Adventure Deponia

Ein Meisterwerk. Schon wieder. So ziemlich alles, was die Abenteuer-Schmiede Daedalic anpackt, wird gut. Richtig gut. So wie das neue PC-Adventure Deponia. Der sympathische, aber chaotische und über die Maßen von sich selbst überzeugte Rufus spielt darin die Hauptrolle. Er will raus aus seinem Dorf Kuvaq, weg von Deponia – einer weltumspannenden Müllhalde. Sein Ziel: Elysium, die zauberhafte Stadt am Himmel. Viele seiner Fluchtversuche mittels eigens konstruierter Maschinen sind schon gescheitert und haben nicht wenige der Dorfbewohner verärgert. Da sind beispielsweise Toni, die zickige Exfreundin, der gute Kumpel Wenzel, der immer auch seinen eigenen Vorteil im Blick hat, oder Gizmo, der Feuerwehrmann, Polizist und Arzt in einer Person ist.

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Nachdem unser Held Rufus mit seiner abenteuerlich zusammengeschraubten Rakete nun aber ganz dicht ans Ziel seiner Auswandererträume gelangt ist, geht wieder etwas schief. Diesmal reißt er die schöne Goal mit in die Tiefe nach Deponia. Ein Implantat im Kopf der jungen Frau geht dabei kaputt und fortan ist sie entweder bewusstlos oder quasselt unverständliche Dinge. Hier fasst Rufus seinen Entschluss: Er will Goal retten und mit ihr gemeinsam nach Elysium gehen.

Wie so Vieles stellt sich der junge Erfinder das Unterfangen sehr einfach vor. Für die Spieler vorm heimischen Computer beginnt damit aber eine Reise durch Deponia, die nicht nur zahlreiche knifflige Rätsel bereithält, sondern immer wieder mit neuen Wendungen überrascht. Für Ungeduldige ist das Werk deshalb nicht geeignet. Um die Aufgaben zu lösen, müssen Abenteuerlustige auch um die eine oder andere Ecke denken.

5 von 5 Punkten - Wertung und Eckdaten zu Deponia

Gemeinsam mit Ideengeber Jan Müller-Michaelis hat das Team von Daedalic erneut bewiesen, dass in Deutschland außergewöhnliche Spiele entstehen können. In der Tradition von Adventures wie „Edna bricht aus“ und „Harveys neue Augen“ gelingt den Machern auch mit Deponia der schwierige Spagat zwischen Unterhaltung und Anspruch glänzend – mit bissigem Humor, skurrilen Figuren und Schauplätzen, und einer Handlung, die sich vordergründig um eine große Liebe dreht, gleichzeitig aber viele andere Facetten der menschlichen Psyche andeutet. Die Story ist witzig, oft abgedreht und mit einem großen Finale, in dem Rufus ein mörderisches Komplott aufdeckt, auch sehr anrührend.

Von der Grafik müssen die Spieler nicht all zu viel erwarten, dürfen sich aber auf den liebevoll gezeichneten 2D-Comic-Stil freuen. Einziges Manko: Die Gestaltung der Figuren in den Zwischensequenzen wirkt etwas leblos. Dafür ist der Soundtrack wieder sehr unterhaltsam geworden.

Für alle, die Deponia durchgespielt haben und dem Humor von Jan Müller-Michaelis und Daedalic verfallen sind, hier noch ein Tipp: Unbedingt das Spiel noch einmal starten – im Droggelbecher-Modus.

Freigegeben ab 6 Jahren: Das sollten Eltern wissen

Michael Frömmert

© LVZ-Online, 11.02.2012, 12:53 Uhr
 

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 5. Dark Souls  5 von 5

 

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